Viele Großdeals und wachsende Leerstände: Frankfurts Büromarkt findet 2025 fast zurück zu 2019
Flächenumsatz nähert sich Vor-Pandemie-Niveau, während Leerstand und Mieten gleichzeitig steigen
Frankfurt am Main – Der Büromarkt in Frankfurt hat das Jahr 2025 mit überraschend viel Bewegung beendet. Mit rund 583.500 Quadratmetern Flächenumsatz liegt das Jahresergebnis nahezu auf dem Niveau von 2019, berichten Marktexperten. Die Entwicklung wird von mehreren Großabschlüssen und gleichzeitig wachsenden Leerstandsquoten sowie steigenden Mietpreisen geprägt.
Der Gewerbeimmobilien-Makler Blackolive, Teil des Verbunds German Property Partners, hebt die Robustheit des Marktes hervor. Kevin T. Nguyen, Geschäftsführer von Blackolive in Frankfurt, fasst die Stimmung so zusammen: «Auch wenn im vierten Quartal 2025 kein weiterer Abschluss über 10.000 Quadratmeter erfolgte, ist das Ergebnis bemerkenswert und lässt uns vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken». Seine Einschätzung verbindet Anerkennung für die abgeschlossenen Großdeals mit Zurückhaltung angesichts struktureller Herausforderungen.
Die Marktlage ist ambivalent: Auf der einen Seite sorgen große Transaktionen und Nachfrage nach modernen, hochwertigen Flächen für Druck auf die Spitzenmieten. Auf der anderen Seite wächst die Zahl der ungenutzten Büroflächen, nicht zuletzt wegen struktureller Umstellungen in Unternehmen und veränderter Nutzungsanforderungen.
Eine ergänzende Befragung der Raumentwicklungsberater Fahrländer Partner Raumentwicklung zeigt, dass insbesondere der Wohnungsmarkt deutlich steigende Kauf- und Mietpreiserwartungen verzeichnet. Die Büromärkte bewegen sich hingegen langsamer, und die Einschätzungen variieren stark zwischen den Bundesländern. Für Frankfurt bleibt die zentrale Frage, wie sich Nachfrage nach modernen, flexiblen Büroflächen gegen die wachsende Menge älterer, schwer umnutzbarer Bestandsflächen durchsetzen wird.
Marktteilnehmer beobachten das Umfeld mit Vorsicht: Die Kombination aus hohen Spitzenmieten bei begehrten Flächen und zunehmendem Leerstand in periphereren Objekten verlangt differenzierte Strategien von Vermietern und Investoren. Das Fazit vieler Experten lautet, dass sich der Markt zwar erholt, die Anpassung an neue Nutzungsformen und die Revitalisierung leerstehender Bestände jedoch zentrale Aufgaben für die kommenden Jahre bleiben.
Autor dieser Analyse: Stefan Löwer, Ressortleiter Sachwertanlagen & Immobilien

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